Natürliche Vitamin- und Eiweißquelle, Bioregulation
im Darm, Mykotoxin-Inaktivierung
Rinderwahnsinn, "gedopte" Schweine, unzureichend deklarierte Lebens- und Futtermittel - der
Verbraucher scheint dieses Mal richtig aufgeschreckt zu sein. Nicht dass es schon früher keine
Skandale gegeben hätte, aber jetzt schlägt es doch wesentlich mehr deutschen Konsumenten im
wörtlichen Sinne auf den Magen als vorher - endlich. In Verbraucherumfragen hört man erstmals auch
die erfreuliche Selbstkritik, dass allzuoft der Preis für einen Kauf ausschlaggebend war und Fragen zur
Qualität vernachlässigt wurden. Immer mehr Verbraucher sind bereit, einen höheren Preis für sichere
Lebensmittel zu bezahlen, die Nachfrage nach Bio-Produkten erlebt derzeit einen beachtlichen
Aufschwung.
Auch in der Agrarpolitik erfolgt jetzt eine Umkehr hin zu mehr natürlichen Methoden. Ein großer
reformbedürftiger Bereich ist die Art der Fütterung von Nutztieren. Die profitorientierte Tiermast
bediente sich bis vor kurzem einer großen Palette an Leistungsförderern (Fütterungsantibiotika) oder
artfremden Futterzusätzen wie Tiermehl als Eiweißquelle, um möglichst schnell mit maximal reduzierter
Verlustrate die "Ware Tier" vermarkten zu können. Nach dem Verbot dieser einschlägigen Stoffe
gelangt altes Wissen in Verbindung mit neuen Erkenntnissen aus der Mikroökologie und
Mykotoxinologie wieder zur Anwendung: Die Rede ist von Pro- und Präbiotika, die dem Tier mit ihren
bioregulativen Eigenschaften im Darm zu einer gesunden Grundkonstitution verhelfen und Krankheiten
vorbeugen, in dem sie über eine gesunde Darmflora das darmansässige Immunsystem stärken.
Hefe ist wieder "modern"
Hefe ist wieder "modern"
Futterhefe hat eine lange Tradition in der Tierfütterung, sowohl im Nutztier-
als auch Heimtierbereich.
Ihre Entwicklung (vgl. Schaubild) beginnt bei der Nutzung als hochwertige
Eiweißquelle, reicht über ihre Anwendung als vielfältiger
Nährstofflieferant (Vitamine, Mineralien, Enzyme, Aminosäuren) bis
hin zu ihren immunmodulatorischen Eigenschaften. In allen drei Bereichen
drängten weitaus billigere Konkurrenzprodukte wie Sojaschrot, synthetische
Futterzusatzstoffe und in ihrer Wirkung drastischere Maßnahmen zur
Leistungssteigerung wie Mastbeschleuniger und Antibiotika auf den Markt.
Heute besinnt man sich in weiten Kreisen wieder mehr auf ökologisches
Wirtschaften, artgerechte Tierhaltung und transparente Nahrungsmittelproduktion.
Die "Natürlichkeit" wird wieder großgeschrieben - davon hat Hefe reichlich
zu bieten:
- natürlicher Nährstoffreichtum, keine synthetischen Zusatzstoffe
-
lebensnotwendige Vitamine (vor allem B-Komplex), Mineralstoffe und Spurenelemente im
natürlichen effektiven Verbund
-
hochwertiges, leichtverdauliches Hefeweiß, darunter große Mengen an
Lysin und Glutathion
-
natürliche Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte (vgl. auch Beitrag ZGTM Heft 3/00) durch
Bereitstellung wichtiger Mikro-Nährstoffe für das Funktionieren des Immunsystems wie z.B. Vitamine und Zink
-
mehrfach bioregulative Wirkung im Darm wie z.B. Bindung von darmpathogenen E.-coli-Bakterien, Salmonellen und deren Enterotoxine an Hefezellwandbestandteile, Anregung der
Ausschüttung von Immunglobulinen der Klasse A, Inaktivierung schädigender Mykotoxine durch
Hefeenzyme
Gerade die zuletzt genannte Eigenschaft der Hefe, die enzymatische Detoxifizierung schädlicher
Schimmelpilzgifte durch ihre zellständigen Enzyme, verdient mit Blick auf die angestrebte
Futtermittelqualität mehr Aufmerksamkeit. Voraussetzung für diese enzymatische Leistung der Hefe ist
natürlich ihre äußerst schonende Zubereitung und Weiterverarbeitung unter Bedingungen, die diese
enzymatische Bioaktivität erhalten. Ein solches Verfahren ist das patentierte Strath-Verfahren, wo
immunologisch wirksame Hefestämme in einem ersten Schritt mit natürlichen Nährsubstraten vermehrt
werden und anschließend in einem zweiten Schritt durch ein biologisches Aufschließen der
Hefezellwände die wertvollen Hefeenzyme für den Organismus in leicht verwertbarer Form zugänglich
gemacht werden.
Mykotoxine - eine zunehmende Bedrohung?
Unter Mykotoxinen versteht man giftige Stoffwechselprodukte von Feld- und Lagerpilzen, die
regelmäßige auf Getreide, ölhaltigen Samen und Früchten vorkommen und über die Nahrungsaufnahme
je nach Toxizität und Konzentration des Mykotoxins und Disposition des Organismus zu akuten oder
chronischen Vergiftungserscheinungen führen können. Akute Vergiftungssymptome sind Leber- und
Nierenschädigungen, zentral-nervöse Störungen, Haut- und Schleimhautschäden, Beeinträchtigung des
Immunsystems und hormonelle Störungen. Schleichende Mykotoxikosen äußern sich oft nur diffus in
Erbrechen, Durchfall, schlechtem Allgemeinzustand, erhöhter Infektanfälligkeit, aber auch in
Mißbildungen und Kümmerwuchs.
Die Mykotixinbelastung von Lebens- und Futtermitteln ist ein weltweites Problem. Die UN-Food and
Agriculture Organization (FAO) schätzt, dass bis zu 25 % der Weltproduktion von Nahrungsmitteln
mit Mykotoxinen kontaminiert sind. Etwa 20 % der Cerealienernte der EU enthalten meßbare Mengen
von Mykotoxinen. Der Gesetzgeber begegnet einer akuten Gefährdung von Mensch und Tier durch
Festsetzung von Höchstwerten, die bei der Nahrungs- und Futtermittelherstellung zu berücksichtigen
sind. Zu nennen sind hier beispielsweise die Aflatoxin-Verordnung oder auch ganz aktuell aus dem
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BML) die Orientierungswerte für
kritische Konzentrationen von Deoxynivalenol und Zearalenon im Futter von Schwein, Rind und Huhn.
Die akute Giftigkeit von Aflatoxinen führte zu einer gewissen Bekanntheit beim Endverbraucher, der
mittlerweile über einen möglichen Schimmelpilzbefall bei Nüssen wie Erdnüssen, Mandeln oder
Pistazien aufgeklärt ist. Weniger bekannt dürfte sein, dass Aflatoxine aus belastetem Futter
beispielsweise auch in die Milch übergehen können, und neben den vielen anderen gefundenen
Mykotoxinen nur die "Spitze des Eisberges" darstellen. Bezüglich der Häufigkeit des Auftretens und
der gefundenen Konzentrationen im Getreide kommt den beiden Mykotoxinen Zearalenon und
Deoxynivalenol bezüglich der Futter- und Lebensmittelsicherheit die größte Bedeutung zu. Beide
gehören zur Gruppe der Fusarientoxine.
Bisher ist es nicht möglich, eine Mykotoxinbelastung von Getreide ganz zu vermeiden. Ein ungünstiger
Witterungsverlauf vor allem während der Blüte des Getreides führt während sogenannter
Mykotoxinjahre zu einer hohen Belastung der Cerealien. Da es aufgrund der chemischen Stabilität der
Pilzgifte nur wenige wirksame Bekämpfungsmethoden gibt, kommt der Prävention einer
Mykotoxinkontamination eine entscheidende Rolle zu. Dies geschieht über agrartechnische
Maßnahmen z.B. der Auswahl der Fruchtfolge, aber auch über sachgemäße Lagerung und
Konservierung.
Bereits kontaminisiertes Getreide läßt sich bislang nur schwer "dekontaminieren" - entweder über
Aussortierung schadhafter Körner oder über chemische Behandlung, sofern die Gifte damit erfaßt
werden z.B. Aflatoxine durch Ammoniak. Bei bestimmten Toxinen verhindert die Bindung an
Adsorbentien im Futter ihre Aufnahme im tierischen Verdauungstrakt.
Wegen der fehlenden breiten Anwendbarkeit dieser Verfahren ist bislang die Methode der Wahl das
Verschneiden von belastetem Futter mit unbelastetem Futter!
Inaktivierung der Mykotoxine Deoxynivalenol und Zearalenon durch
Strath-Kräuterhefe
Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon sind Toxine von Fusarium-Pilzarten, Pilze, die bereits auf dem
Feld in allen Getreidearten vorkommen, besonders in Mais und Weizen. Bei sachgemäßer, trockener
Lagerung geht die Bildung von Fusarientoxinen im Lager nicht weiter.
DON ist als Proteinsynthese-Inhibitor einzuordnen. Insbesondere die Zellen des Immunsystems, die
sich durch eine hohe Zellteilungsrate auszeichnen, sind hiervon betroffen. Eine Einschränkung der
Funktionsfähigkeit des Immunsystems liegt meist zunächst ohne äußere erkennbare Symptome vor,
führt aber dann mit weiteren Stressfaktoren zu unspezifischem Leistungsrückgang, erhöhter
Krankheitsanfälligkeit und vermindertem Impfschutz.
Besonders empfindlich reagiert das Mastschwein auf eine akute DON-Vergiftung mit Erbrechen und
bei chronischer Belastung mit einem Rückgang des Futterverzehrs und Schwächung der körpereigenen
Abwehr. Geflügel und Wiederkäuer reagieren erst bei hoher DON-Kontamination mit
Leistungsrückgang.
Zearalenon wird den Stoffen mit östrogener Wirkung zugeordnet. Beim Schwein äußert sich eine
Zearalenonvergiftung in einer Schwellung des Gesäuges, Vergrößerung der Geschlechtsorgane und in
Fruchtbarkeitsstörungen. Geflügel besitzt über Zearalenon eine relativ große Toleranz. Wiederkäuer
(Rinder, Schafe) sind aufgrund ihres Vormagensystems und den dort vorhandenen Mikroorganismen
in der Lage, Zearalenon in weniger giftige Formen zu überführen.
Bei der Beurteilung der Wirkung von Mykotoxinen ist zu berücksichtigen, dass sich in Untersuchungen
ein zum Teil additiver bzw. synergistischer Effekt von verschiedenen Mykotoxinen bestätigt hat.
Darüber hinaus gibt es Erkenntnisse, dass sogenannte maskierte Mykotoxine (durch die kontaminierte
Pflanze biotransformierte Gifte) im tierischen Organismus wieder in ihre giftige Form freigesetzt
werden!
Angesichts dieser Komplexizität des Themas Mykotoxinbelastung ist ein verantwortungsvoller Umgang
mit den betroffenen Futtermitteln in den Fachkreisen zu fordern. Wie in allen Bereichen gibt es leider
auch hier schon Vorfälle, die den Verbraucher verunsichern - speziell im Heimtiersektor sorgte erst
kürzlich belastetes Pelletfutter für Schlagzeilen. Es geht nicht an, dass mit Schimmelpilzen belastetes
Futter an Tiere weiterverfüttert und bei Nicht-Lebensmittel-liefernden Tieren weniger sorglos
umgegangen wird.
Da für den Tierfutteranwender eine Mykotoxinkontamination des Futters oft nur schwer erkennbar ist -
v. a. bei Zerkleinerung und Feinverteilung von Pilzmyzel durch die Weiter-verarbeitung befallener
Futtermittelrohstoffe - bietet sich der vorbeugende Zusatz eines geeigneten biologischen
Mykotoxininaktivators an. Eine solche enzymatisch wirksame Futterergänzung liegt mit plasmolysierter
Strath-Kräuterhefe (Handelsname PK für Tiere) vor. Neuere Untersuchungen durch das
Sachverständigenlabor Prof. Dr. Gedek, Ismaning, bestätigen: Strath-Kräuterhefe flüssig und Strath-Kräuterhefe-Tabletten verfügen über Enzymaktivitäten, Fusarientoxine wie Zearalenon und
Deoxynivalenol abzubauen. Als aufgeschlossene (zellwandgeöffnete) Nicht-Lebendhefe zeigte sie sich
bezüglich des enzymatischen Toxinabbaus im in vitro-Test effizienter als die zum Vergleich
herangezogenen Lebendhefestämme.
Damit steht sowohl für die Anwendung im Nutztier- als auch Heimtierbereich ein natürliches Produkt
zur Verfügung, das die mögliche Mykotoxinbelastung im Getreide durch Zearalenon und DON
reduziert und über die oben erwähnten, weiteren bioregulativen Wirkungen im Darm zu einer stabilen
Grundkonstitution des Tieres beiträgt.
Quellenverweis:
Die web-Seiten der Landesanstalt für Ernährung (LfE)
www.lfe.bayern.de/lebensmittel/mykotox.html
und der Gesellschaft für Mykotoxinforschung e.V.
www.mykotoxin.de/welcome.html enthalten
weiterführende Informationen zu Mykotoxinen. Speziell die Gesellschaft für Mykotoxinforschung e.V.
unterhält eine eigene Mykotoxin-Datenbank mit Strukturformeln und physikalisch-chemischen Daten.
Ulla Freilinger
Strath-Labor GmbH
Strathstr. 5-7
93093 Donaustauf